Die Obstsortensammlung

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Der historische Obstgarten aus der Vogelperspektive.

© Google-Maps

Die Sammlung historischer Obstsorten

 

Der Hundisburger Barockgarten war im 18. Jahrhundert mit umfangreichen Obstkulturen ausgestattet. So waren beispielsweise alle Mauern des Gartens mit Spalieren bedeckt und eine der vier großen Terrassen des Gartens, der Baumgarten war vollständig mit Apfel- und Birnbäumen besetzt, deren Pflanzung im Wechsel den Empfehlungen der zeitgenössischen Gartenliteratur entsprach. Zum Ort hin existierten sowohl am Schloss wie auch am Garten Weinberge. Aber nicht nur im Barock, auch im frühen 19. Jahrhundert unter Johann Gottlob Nathusius war der Obstbau ein Schwerpunkt der Garten- und Parkanlagen. Die historische Sorte Nathusius-Taubenapfel wurde beispielsweise 1824 in Althaldensleben gezüchtet und in den noch erhaltenen Katalogen der Nathusius-Baumschule ist ein Großteil der Sortiments an Obstsorten des 19. Jahrhunderts präsent.

Es lag daher nahe, bei der Rekonstruktion des Barockgartens ein Teil der alten Vielfalt wieder aufleben zu lassen. Dies geschieht vor allem im heute wieder entsprechend dem historischem Vorbild neu aufgepflanzten Baumgarten. Hier wurden für die Bepflanzung die Gelegenheit genutzt, ab 1995 eine Sammlung historischer Obstsorten zu gründen, deren Profil (1.) die überlieferten Sorten des barocken Garten, (2.) des 19. Jahrhunderts und (3.) nachweisbare Lokalsorten der Altmark und Magdeburger Börde beinhaltet, worum sich Reinhard Heller bleibende Verdienste erworben und 2003 den Oberdiek-Preis erhalten hat (http://pomologen-verein.de/fileadmin/user_upload/Oberdieck/Oberdieck-2003.pdf).

Das genetische Material mancher Sorte reicht bei den Äpfeln altersmäßig bis ins Mittelalter (Borsdorfer) und bei den Birnen bis in die Renaissance (Volkmarser) zurück. Nathusius-Taubenapfel und Caraveilbirne sind als örtliche Besonderheiten unter den Lokalsorten besonders hervorzuheben. Weitere Obstkulturen existieren neben dem Baumgarten als exemplarische rekonstruierte Spalierpflanzung zwischen oberem und unterem Lustgarten, auf dem ehemaligen Weinberg und in den sogenannten Feldgärten am Rand des barocken Gartenareals. Einen ersten Überblick zu den vorhandenen Beständen bietet die unsere Sortenliste. Weiterreichende Nachfragen beantworten unsere Kollegen der Schloss- und Gartenverwaltung. Sprechen Sie uns an.

 

Literaturempfehlung:

Reinhard Heller: Obst in der Altmark. Entstehung, Verbreitung und Verdrängung von Lokalsorten, KULTUR-Landschaft Haldensleben-Hundisburg e.V., Hundisburg 1995.